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Ort und Geschichte

Der Nordbahnhof

Anfang des 19 Jahrhundert passierte  der Transport von Personen und Gütern durch Flussläufe und Pferdewagen. Deshalb blieb der Handel beschränkt und regional. Der Ausbau der Verkehrswege war entscheidend für die wirtschaftliche Entwicklung und den Wohlstand der Region. Die Eisenbahn leitete eine neue Epoche ein. Sie führte zu einer noch nicht gekannten Mobilität, zu wirtschaftlicher Expansion und technischer Innovation. Viele Arbeitsplätze wurden geschaffen, nicht nur in der entstehenden Industrie, sondern auch im Eisenbahnbetrieb.

Obwohl BS zu den ersten Städten gehörte, die den Mut hatten, die neue Technik anzuwenden, geriet damals Braunschweig ins Abseits und noch heute wirken die früheren Entscheidungen nach. Es gibt immer noch keine ICE Verbindung zwischen BS und der Landeshauptstadt Hannover.

Weitere Beispiele: Die große Internationale Nord-Süd-Strecke Kopenhagen, Lübeck, Hamburg, Lüneburg, Uelzen, Celle, Hannover, Northeim, Göttingen, Kassel, Fulda, Innsbruck/Basel führt nicht über BS.

Auf der internationale Ost-West-Strecke Paris, (Brüssel, Amsterdam, Minden, Hannover, BS, Magdeburg/Wolfsburg, Stendal, Berlin Warschau, Moskau), St. Petersburg, ist BS beteiligt, muß aber Angst haben, dass der ICE nicht mehr über BS fährt, weil die Strecke nach Berlin über Stendal kürzer ist.
Auch die schnelle Verbindung nach Wolfsburg, die sogenannte Weddeler Schleife, ist bis heute nur einspurig gelegt.

Die weitere Entwicklung

Gründe dafür sind die geographischen Gegebenheiten 
mit der südlichen Barriere des Harzes, der Zersplitterung des Territoriums im Herzogtum BS und der Konkurrenz zu den beiden Nachbarstaaten, dem Königsreich Hannover und Preußen.

Der Braunschweiger Amsberg hat frühzeitig erkannt, dass eine Einbeziehung von BS in das neu geschaffene Verkehrsnetz ein vorrangiges Ziel sein muss. Für die Zeitgenossen ein utopisch erscheinender Plan.

Von 1824-32 legte der Braunschweiger Amsberg eine umfassende Planung für den gesamten norddeutschen Raum vor. Die sogenannte Eisenbahnstraße, die mit Pferden zu befahren war, führte von BS über Hannover nach Hamburg.

Das Leben hat sich mit der Eisenbahn völlig geändert. Auf den Äckern bestellten  „Fremdarbeiter“ aus Russland und Polen das Land, denn die  Bauern zogen in die Stadt um, um in der Industrie zu arbeiten.

Entstehung großer Industriekomplexe

1938 wurde die Privatbahn BLE und damit die Ringbahn verstaatlicht. Grund hierfür war die Entstehung großer Industriekomplexe, nämlich Volkswagen in Wolfsburg (Gleisanschluß in Fallersleben) und die Stahlwerke in SZ.

Im Jahre 1904 entstand im Norden nach Fallersleben eine reine Güterbahnstrecke. Von BS führte in Richtung SO die Strecke nach Seesen am Harz.

Ab 1954 gab es keinen Personenverkehr mehr. Mit der Schließung der Zuckerfabriken, des Asse-Bergwerks und der Saline Schöningen wurde 1970-71 die Strecke völlig abgebaut.

1999 kam noch der „Müllzug“ in die Müllverbrennungsanlage Helmstedt. Heute noch verlaufen hier funktionsfähige Gleise für das Heizkraftwerk zur Anlieferung von Kohle, Abtransport von Amoniak sowie als Anschluss an den Hafen und die Mülldeponie bei Watenbüttel.

Anwerbeabkommen

1960 wurden in der Bundesrepublik und in der Braunschweiger Region erstmals nach dem Krieg mehr offene Stellen als Arbeitslose registriert. Diesem Arbeitskräftemangel wurde mit der gezielten Anwerbung ausländischer Arbeiter, mit der schon Ende der 50er Jahre begonnen wurde, begegnet. So waren Ende September 1960 in Braunschweig erstmals 196 italienische Arbeiter registriert. Die neu Ankommenden wurden in Wohnheimen und sogenannten „Gastarbeiterlagern“ untergebracht. Eine solche Gemeinschaftsunterkunft gab es in Braunschweig an der Taubenstraße.

Auch wenn die sogenannten „Gastarbeiter“ natürlich nicht am Nordbahnhof eintrafen, sondern am damaligen neuen Hauptbahnhof, so scheint es fast symbolträchtig zu sein, dass das neue Haus der Kulturen ausgerechnet in einem ehemaligen Bahnhof - der als Zeichen für Ankunft gewertet werden kann - eingerichtet wurde.

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